Ausländische Rentenversicherte stabilisieren das System

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03. April 2025

Ausländische Rentenversicherte stabilisieren das System

Die Zahl der ausländischen Rentenversicherten in Deutschland nimmt zu. Mittlerweile sind rund 8,1 Millionen gesetzlich versichert.

Das entspricht einem Anteil von 16 Prozent aller Versicherten, wie das Online-Portal ihre-vorsorge.de berichtet. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es erst 4,7 Millionen ausländische Rentenversicherte.

Dieser Anstieg ist auf die angewachsene Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt zurückzuführen. Die meisten ausländischen Rentenversicherten stammen aus europäischen Staaten. Besonders stark vertreten sind Menschen aus der Türkei (rund 1,1 Millionen Versicherte) und Italien (etwa 345.000). Aber auch Polen (rund 610.000) und Rumänien (über 534.000) stellen große Gruppen unter den Beitragszahlern. Diese Zahlen spiegeln historische Entwicklungen wider, insbesondere die Arbeitsmigration der 1960er und 1970er Jahre sowie die größere Freizügigkeit innerhalb der EU.

Auch die Zahl ausländischer Rentenbezieher ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Während 2013 noch rund 1,5 Millionen ausländische Rentner eine Rente bezogen, sind es heute fast 1,9 Millionen. Diese Entwicklung zeigt, dass immer mehr Zuwanderer das Renteneintrittsalter erreichen und nach jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit eine Altersrente beziehen. Besonders hoch ist der Anteil der ausländischen Rentner, die eine Rente mit Wohnsitz im Ausland erhalten. Aktuell leben rund 770.000 Rentenempfänger außerhalb Deutschlands. Viele ehemalige Gastarbeiter, insbesondere aus Italien, Griechenland und Spanien, entscheiden sich nach dem Renteneintritt für eine Rückkehr in ihre Herkunftsländer.

Positive Wirkung für die Finanzlage

Die wachsende Zahl ausländischer Beitragszahler wirkt sich positiv auf die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Sie tragen zur Finanzierung der aktuellen Rentenzahlungen bei und mildern die Auswirkungen des demografischen Wandels. Während die deutsche Bevölkerung insgesamt altert, sorgt die Zuwanderung junger Arbeitnehmer für neue Beitragszahler. Ein erheblicher Teil dieser Gruppe zahlt über viele Jahre Beiträge ein und hat somit Anspruch auf eine Altersrente.

Trotz des positiven Beitrags der ausländischen Rentner zur Stabilisierung des Rentensystems gibt es Herausforderungen. Viele von ihnen haben aufgrund niedriger Löhne und unterbrochener Erwerbsbiografien nur geringe Rentenansprüche. Dies betrifft vor allem ältere Migranten, die in den 1960er und 1970er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Zudem stellt sich die Frage, wie sich die Rentenentwicklung für ausländische Beitragszahler in Zukunft gestaltet. Der anhaltende Zuzug von Fachkräften könnte dazu beitragen, das Rentensystem weiterhin zu entlasten. Gleichzeitig gilt es, Lösungen für diejenigen zu finden, die aufgrund ihrer Erwerbsbiografie nur geringe Rentenansprüche haben.